Vakzinosen - Erkrankungen im Zusammenhang mit Impfungen bei Pferden
Vakzinose = damit bezeichnen Homöopathen eine Erkrankung, die circa 2
Wochen nach einer Impfung aufgetreten ist und mit dieser im Zusammenhang stehen könnte, was bisher nur vermutet wird und noch nicht bewiesen werden
konnte
Das Thema Vakzinose ist sehr umstritten, denn die unten aufgelisteten Erkrankungen können verschiedene Ursachen haben und auch völlig unabhängig von Impfungen auftreten. Aber: Ich konnte selbst beobachten, dass bei Pferden bestimmte Erkrankungen nach einer Impfung auftraten, die schwieriger als sonst zu behandeln waren und nach der nächsten Impfung erneut auftraten. Für mich auffällig waren auch vorübergehende Heilungsstörungen bei diesen Pferden, die im Verlauf der Vakzinose-Behandlung oft verschwanden. Der genaue Ursache-Wirkungs-Mechanismus hinter diesen doch sehr unterschiedlichen Vakzinose-Erkrankungsbildern ist mir unbekannt, doch spielt das Immunsystem dabei eine zentrale Rolle.
-> Gut zu wissen: Für gesunde Pferde sind Impfungen meistens unproblematisch.
Folgende Erkrankungen können meiner Erfahrung nach bei Pferden ab circa 2 Wochen nach einer Impfung auftreten/ beginnen und möglicherweise mit dieser in einem Zusammenhang stehen:
- COPD/ chronisch obstruktive Lungenerkrankung
- Pollen-Unverträglichkeiten
- Futtermittel-Unverträglichkeiten
- Futtermilben-Allergie
- Hufrehe/ Laminitis
- Mauke
- Sommerekzem
- Autoimmunerkrankungen
- Heilungsstörungen
- chronische Rückenschmerzen
- Cauda Equina Neuritis
- Postvirales Syndrom/ PVS (chron. Erschöpfung)
- Equine Sarkoide
- Bindegewebsschwäche
- Linsentrübung/ Katarakt
- Osteoporose
- Headshaking
- Epilepsie
- Arthrose
- verstärktes Auftreten von Kotwasser
- Impotenz
Abb.1: Vakzinosen bei Pferden
Wichtig:
Die aufgelisteten Erkrankungen treten oft auch unabhängig von Impfungen auf und können viele verschiedene Ursachen haben!
Wenn eine der genannten Erkrankungen 2 Wochen nach einer Impfung beginnt, kann das auch zufällig sein und ist noch kein Beweis für einen Zusammenhang mit der Impfung.
Andererseits können auch Erkrankungen, die erst Monate nach einer Impfung bemerkt werden, eventuell mit dieser in einem Zusammenhang stehen.
Woran lässt sich also erkennen, ob es sich tatsächlich um eine Vakzinose handelt? Für mich ist es immer dann eindeutig eine Vakzinose, wenn dieselbe Erkrankung nach einer weiteren Impfung wieder auftritt. Aber das extra auszuprobieren ist nicht unbedingt empfehlenswert...
Für den Verdacht auf eine Vakzinose reichen mir die folgenden Hinweise und vor Allem der Behandlungserfolg bzw. die Besserung der Symptome mit einem Homöopathikum, das zur Behandlung von Vakzinosen geeignet ist.
Mögliche Hinweise auf das Vorliegen einer Vakzinose beim Pferd:
- Beginn der Erkrankung circa 2 Wochen nach einer Impfung
- die Erkrankung lässt sich schwieriger behandeln als sonst oder gar nicht
- Regeneration und Heilungsprozesse dauern länger als gewöhnlich
- positive Reaktionen beim Austesten von Homöopathika, die zur Behandlung von Vakzinosen eingesetzt werden können (z.B. Thuja, Silicea, Myrica cerifera, Juniperus virginiana)
- das Pferd hat mehrere der aufgelisteten Erkrankungen
- nach einer weiteren Impfung treten die Symptome erneut auf oder verschlimmern sich
Folgende Faktoren können meiner Erfahrung nach die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Vakzinose beim Pferd erhöhen:
- Fütterung von Futterergänzungsmitteln mit MSM und/ oder Chondroitinsulfat zum Zeitpunkt der Impfung (vorbeugend besser 4 Tage vor bis 2 Tage nach einer Impfung nicht zufüttern)
- Überversorgung mit Schwefel, Kupfer und/ oder Mangan
- Mineralfutter-Mangel (Unterversorgung von Zink, Selen, Jod, Kalium, Magnesium und Kobalt)
- unbemerkte Virus- oder Pilzinfektion zum Zeitpunkt der Impfung
- das Pferd hat eine Stammzell-Therapie erhalten (z.B. IRAP)
- am Tag der Impfung wurde auch ein Sedationsmittel verabreicht (z.B. zum Zähneraspeln)
- mehrere Impfungen am selben Tag
- das Pferd hat chronische Erkrankungen
- hohes Alter (> 20 Jahre)
Mögliche Maßnahmen zur Vorbeugung einer Vakzinose:
-> Grundsätzlich sollten nur gesunde Pferde geimpft werden!
Zur Unterstützung des Immunsystems und damit Ihr Pferd einen guten Impfschutz aufbauen kann, empfehle ich eine Zufütterung mit Hagebutten- oder Aronia-Pulver (beide enthalten viel Vitamin C) 2 Tage vor bis 4 Tage nach einer Impfung.
Um der Entstehung einer Vakzinose etwas vorzubeugen, geben Homöopathen den Pferden bei Bedarf entweder Thuja occidentalis, Thuja lobbi, Ignatia oder auch Tricyrtis hirta am Tag der Impfung und bis zu 4 Tage danach. Über das fürs jeweilige Pferd am besten passende Mittel sowie die geeignete Potenz und Dosierung sollte der Tierarzt/ Therapeut entscheiden! Die gewünschte Wirkung einer Impfung wird davon nicht beeinträchtigt.
Behandlung von Vakzinosen beim Pferd:
Die Behandlung von Vakzinosen ist schwierig und langwierig. Oft dauert es mehrere Monate bis zur Besserung der Symptome.
Meiner Erfahrung nach ist (zusätzlich zur haustierärztlichen Behandlung) eine
Behandlung mit Homöopathika, je nach Erkrankung auch kombiniert mit Kräutern und/ oder Osteopathie, in vielen Fällen sehr
hilfreich. Dabei kommen bei den verschiedenen Krankheitsbildern auch ganz unterschiedliche homöopathische Arzneimittel zum Einsatz.
Wenn das Pferd eine weitere Impfung erhält, können die Symptome erneut und oftmals sogar stärker auftreten als nach der vorherigen Impfung. Auch die Behandlung kann mit jeder Impfung noch schwieriger werden.
-> Bei Pferden mit begründetem Verdacht auf das Vorliegen einer Vakzinose sollte daher sorgfältig geprüft werden, inwieweit weitere Impfungen noch sinnvoll sind!
Fazit: Beim Thema Vakzinose sind noch viele Fragen offen, doch gibt es inzwischen in der ganzheitlichen Tiermedizin (GTM) gute Behandlungsansätze (oft ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung).
Ich finde es bei den aufgelisteten Erkrankungen stets sinnvoll, das Vorliegen einer Vakzinose in Betracht zu ziehen und dies soweit wie (bisher) möglich zu überprüfen.
Quellen:
Fachbuch: Couzens T., `Das Pferde-Homöopathie-Buch`, Narayana Verlag, 4. deutsche Auflage 2016
In diesem FachBLOG-Artikel werden außerdem persönlich gemachte Erfahrungen und Beobachtungen sowie Ergebnisse vom kinesiologischen Austesten beschrieben. Die Abbildungen wurden selbst erstellt. Haftungsausschluss und Urheberrecht siehe Impressum
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